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Himmel über Prohlis | Dresdner Sinfoniker spielen mit Alphörnern auf Hochhäusern

Die Alphornistin Anna Katharina Schumann während einer Probe auf einem der 17-Geschosser im Stadtteil Dresden-Prohlis | Foto: Therese Menzel

Die Alphornistin Anna Katharina Schumann während einer Probe auf einem der 17-Geschosser im Stadtteil Dresden-Prohlis | Foto: Therese Menzel

Das Setting ist spektakulär: Sechzehn Alphörner, neun Trompeten, vier Tubas und vier Dà Gǔ-Trommeln füllen ein ganzes Wohnquartier mit Klang.

DRESDEN, SACHSEN, DEUTSCHLAND, September 10, 2020 /EINPresswire.com/ -- Am 12. September 2020 um 17 Uhr begegnen die Dresdner Sinfoniker auf ihre Weise den Herausforderungen der Corona-Pandemie mit einem bislang beispiellosen Konzert: Zahlreiche Alphörner und weitere Blechblasinstrumente spielen von den höchsten Dächern Dresdens und verwandeln den Stadtteil Prohlis in ein fiktives Alpenpanorama. Der Komponist Markus Lehmann-Horn hat eigens hierfür ein neues Werk geschrieben, das, wie die weiteren Stücke des Abends, die engen Grenzen des klassischen Konzertsaals sprengt und Menschen zusammenbringt. Bereits am Vormittag spielen die 33 Musiker*innen der Dresdner Sinfoniker in kleineren Gruppen in den Innenhöfen des Wohnviertels und laden so die Bewohner*innen zum kostenfreien Konzert am späteren Nachmittag ein.

Musikalische Erfahrungen jenseits des Mainstreams

Das Setting ist spektakulär: Sechzehn Alphörner, neun Trompeten, vier Tubas und vier Dà Gǔ-Trommeln füllen ein ganzes Wohnquartier mit Klang. In fast 50 Metern Höhe, auf den Dächern von vier 17-geschossigen Gebäuden, sind die Alphornist*innen postiert – jeweils als Quartett in den Stimmungen es, f und ges zusammengefasst. Auf weiteren Hochhausdächern liefern Trompeten und Tuben weitere Klangfarben und bereichern die spieltechnischen Möglichkeiten des Ensembles. Als Klangsockel (und auch räumlich geerdet) fungieren vier chinesische Dà Gǔ-Trommeln plus Schlagwerk – aufgestellt auf dem Parkdeck des zentralen Shoppingcenters. Die Musik dieses Konzerts nutzt die räumliche Distanz, immerhin mehrere hundert Meter zwischen den Spieler*innen, das Grundmotiv ist die Verständigung der Instrumentengruppen. Genau hierfür steht auch das Alphorn: das Wechselspiel über weite Entfernungen im Gebirge. Die Musikerinnen und Musiker befinden sich jedoch in der weitläufigen Topographie eines Wohngebietes – mit imposanten Vielgeschossern, die den Dresdner Sinfonikern freundlicherweise von der Vonovia SE zur Verfügung gestellt werden.

Hochspannung vom ersten Takt bis zum Finale

So weitgespannt wie die Szenerie ist auch der zeitliche Horizont der ausgewählten Werke. Der Abend startet fulminant mit jener strahlend-ergreifenden Fanfare, die der Filmkomponist John Williams für die Olympiade 1984 schrieb. In knapp 5 Minuten erlebt man ein kleines Wunder: Die Welt kommt zusammen, stellt Streit und Sorgen hinten an – und feiert das Leben! Die darauffolgende Komposition des Venezianers Giovanni Gabrieli entstand 500 Jahre früher und ist nicht minder eindrucksvoll. Blechbläsergruppen schicken schwelgende Akkordblöcke und virtuose Verzierungen von Hochhaus zu Hochhaus. Zum Höhepunkt des Abends wird schließlich das neue Werk von Markus Lehmann-Horn. Es beginnt mit ruhigen Rufzeichen der Alphörner, nutzt in der Folge alle technischen Möglichkeiten von Blechbläsern, Schlagwerk und des enormen Konzertraumes unter freiem Himmel. In einem großen Finale schließt sich der musikalische Kreis des Abends.

Einmaliges und neues Konzertformat

Himmel über Prohlis bespielt ein ganzes Wohnviertel. Schon die räumliche Dimension des Events ermöglicht es Musiker*innen und Publikum gleichermaßen, die Mindestabstände in Zeiten der Corona-Pandemie einzuhalten und Musik wieder live zu erleben. Ziel ist es, Prohlis mit ungewohnten Klängen für viele Menschen „hörbar“ zu machen. Dabei holen die Dresdner Sinfoniker ihr Publikum dort ab, wo es zu Hause ist: Bei einem Spaziergang durch ihr Viertel oder auf den Balkonen ihrer Wohnungen. Auf dem zentralen Parkdeck des PROHLISZENTRUMS gibt es zudem die Möglichkeit Sitzplätze einzunehmen, von denen die hohen Gebäude ringsum gut zu sehen sind. Die Plätze sind aufgrund der Pandemie begrenzt und können ab Mitte August auf der Webseite der Dresdner Sinfoniker reserviert werden.

Einführende Kammerkonzerte

Himmel über Prohlis ist auch ein Projekt der Musikvermittlung. Bereits ab 11 Uhr desselben Tages finden Konzerteinführungen in Form von klein besetzten Auftritten in den Innenhöfen des Quartiers statt. Diese verstehen sich auch als Einladung zum nachmittäglichen Konzert, das die üblichen kulturellen Verabredungen für klassische und Neue Musik unterläuft. Selbstverständlich ist auch das Publikum außerhalb von Dresden-Prohlis herzlich eingeladen, sich am 12. September auf den Weg in dieses besondere Stadtviertel zu machen!

Mehrere Video-Teams dokumentieren das gesamte Projekt. Es wird so auch später als Film erlebbar sein und vom Sachsen Fernsehen ausgestrahlt werden.

Eine Produktion der Dresdner Sinfoniker in Kooperation mit „So geht sächsisch“ und dem Societaetstheater Dresden. Gefördert durch die Landeshauptstadt Dresden – Amt für Kultur und Denkmalschutz, die Kulturstiftung Dresden der Dresdner Bank, die Vonovia SE, das Stadtbezirksamt Prohlis und die Stiftung Kunst und Musik für Dresden. Mit freundlicher Unterstützung von Zuhause in Prohlis, Greve-Studio Berlin, Neumann & Müller Veranstaltungstechnik und dem Sachsen Fernsehen. Das Konzert wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.

Markus Rindt
Dresdner Sinfoniker
+49 172 3455687
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